Mittwoch, 26. September 2012

Tolkien, J.R.R. - Der Herr der Ringe: Die Gefährten



Autor: J.R.R. Tolkien
Titel: Der Herr der Ringe - Die Gefährten
Originaltitel: Fellowship of the ring
Verlag: Klett-Cotta
Erschienen: 01. Juni 2001
ISBN-10: 360893541X
ISBN-13: 9783608935417
Seiten: 526
Einband: Taschenbuch
Serie: Der Herr der Ringe 1

Bnd. 2 - Die zwei Türme
Bnd. 3 - Die Wiederkehr des Königs


Inhalt:

Mittelerde schwebt in Gefahr, denn der dunkle Herrscher Sauron ist wieder erwacht und sucht jetzt nach seinem Ring. Dieser befindet sich jedoch an einem Ort, an dem ihn niemand erwarten würde, nämlich im Auenland. Er ist im Besitz von Bilbo Beutlin, einem Hobbit.
Genau zu dieser Zeit vermacht er ihn seinem einzigen Verwandten, Frodo Beutlin. Diesem fällt es nun zu den Ring aus dem Auenland fortzubringen. Denn die dunklen Reiter sind schon auf der Suche nach dem Ring. Frodo macht sich nun auf nach Bruchtal, um Rat bei den Elfen zu suchen. Begleitet wird er dabei von Samweis (Sam) Gamdschie, seinem Diener. Und auch Meriadoc (Merry) Brandybock und Peregrin (Pippin) Tuk begleiten ihn auf dieser Reise. Unterwegs begegnen sie noch Streicher, einem Waldläufer. Allerei Gefahren begegnen ihnen auf ihren Reisen durch Mittelerde und der Feind rückt immer näher. Was soll mit dem Ring geschehen? Und wer soll die Verantwortung dafür übernehmen?


Leseprobe:

Als Bilbo Beutlin von Beutelsend ankündigte, dass er seinen bevorstehenden einundelfzigsten Geburtstag mit einem rauschenden Fest zu feiern gedenke, begann in Hobbingen ein erregtes Getuschel.
Bilbo war sehr reich und sehr eigensinnig, und mit seinem auffälligen Verschwinden und seiner unerwarteten Rückkehr vor sechzig Jahren hatte man im Auenland nicht mehr aufgehört, sich über ihn zu wundern. Um die Reichtümer, die er von seinen Reisen mitgebracht hatte, war längst eine Ortslegende entstanden: Was auch die älteren Leute dazu sagen mochten, die Jüngeren glaubten zu wissen, dass der Bühl von Beutelsend voller Stollen war, in denen Schätze gespeichert lagen. Und als ob der Gerüchte noch nicht genug wären, gab auch seine gar nicht altersgemäße Jugendfrische einigen Grund zur Verwunderung. Die Jahre vergingen, aber Herr Beutlin schienen sie nichts anhaben zu können. Als er neunundneunzig war, fing man an, davon zu reden, dass er sich "gut gehalten" habe; doch wäre die Feststellung, dass er sich überhaupt nicht verändert hatte, der Wahrheit näher gekommen. Manche meinten kopfschüttelnd, dies alles sei wohl ein bisschen zu viel des Guten; irgendwie war es ungerecht, das jemand, der sich schon einer (dem Augenschein nach) ewigen Jugend erfreute, auch noch ein (dem Vernehmen nach) unerschöpfliches Vermögen besaß.
"Irgendwann wird er dafür bezahlen müssen", sagten sie. "Das ist nicht natürlich und wird noch übel ausgehen!"


Meine Meinung:

Der Hype um den Herrn der Ringe ist noch immer ungebrochen. Es gibt immer wieder Neuauflagen der Bücher und man kommt einfach nicht an ihm vorbei.
Selbst ich hatte die Filme gesehen und mir die Musik zum Film angehört. Was jetzt noch fehlte waren die Bücher. Also ab zum einkaufen und die Bücher geholt. Nun lagen sie in meinem Regal ohne gelesen worden zu sein.
Dank einer Freundin hab ich sie nun endlich angefangen, denn wir lesen sie gemeinsam in unserer kleinen Aktion "Kapitel für Kapitel".

Und ich muss sagen, oh man, warum hab ich so lange damit gewartet. Das ist Fantasy auf dem höchsten Level. J.R.R. Tolkien hat hier eine Welt geschaffen, die ihresgleichen sucht. Diese Welt ist riesig! Gebirge, Täler, Wiesen, Moore, Seen ..... alles findet sich in dieser Welt wieder, detailreich beschrieben und absolut stimmig.

Hinzu kommen dann auch noch die Wesen, die in dieser Welt leben. Da gibt es Menschen, Elben, Orks, Zwerge und Hobbits. Jede Rasse hat ihre gut durchdachten Merkmale und Eigenschaften. Nichts hat der Autor hier dem Zufall überlassen. Mit viel Liebe zum Detail werden dann die Charaktere herausgeformt, die ihr Schicksal annehmen und das Unmögliche versuchen. Wahnsinn.

Hier jetzt auf alle Charaktere genauer einzugehen würde einfach den Rahmen sprengen, also versuche ich mich kurz zu halten.
Frodo, der Ringträger, ist ein kleiner Hobbit. Er ist so unerfahren, dass es schon wieder niedlich ist. Er macht sich auf die Reise und wächst mit den Umständen, die ihm das Schicksal auferlegt.
Hilfe bekommt er dabei von Sam, ebenfalls einem Hobbit und Frodo's Diener. Sam ist mutig und so überaus loyal, das man ihn einfach lieb haben muss.
Merry und Pippin, ebenfalls Hobbits, sind ein bisschen draufgängerisch. Sie geraten immer wieder in Schlamassel hinein, aus dem sie sich nur schwer wieder befreien können.
Dann hätten wir noch Gandalf, den Zauberer. Er scheint sehr weise zu sein und sein Alter ist nicht wirklich abschätzbar. Er steht treu zu einer Sache und gibt alles dafür.
Streicher, oder besser gesagt Aragorn, ist ein Waldläufer und kennt sich hervoragend in der Natur aus. In ihm schlummert so manche Überraschung.
Gimli, der Zwerg, ist ein eher mürriger und auch streitlustiger Geselle. Und doch bleibt er loyal an der Seite seiner Freunde.
Zu guter Letzt nenne ich noch Legolas, den Elb. Ausgeglichen und besonnen. Außerdem ein hervoragender Schütze mit Pfeil und Bogen.

Und das sind nur ein Bruchteil der Charaktere, die im Buch vorkommen. Meiner Meinung nach aber die wichtigsten.

Zur Story selbst kann man ebenfalls unheimlich viel erzählen. Kurz gesagt, die Handlung ist sehr genau durchdacht und zu Papier gebracht. Alles fügt sich Glied um Glied zu einem imposanten Gewebe zusammen. Dabei wechselt Spannung immer mal wieder mit erholsameren Phasen. Für mich war das sehr reizvoll. Denn trotz dieser ruhigeren Abschnitte wird die Handlung konsequent voran getrieben und es kann einfach keine Langeweile aufkommen.

Der Schreibstil ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Zum einen sollte man aber nicht vergessen, dass die Bücher bereits zwischen 1936 und 1949 geschrieben wurden und zum anderen man sich mit ein bisschen Geduld sehr schnell reinlesen kann. Die Sätze sind gut durchdacht und an sich ist der Schreibstil recht flüssig.
Die Kapitel sind stellenweise sehr lang, was mich allerdings nicht weiter gestört hat, da sie immer wieder von kleineren Abschnitten unterbrochen sind. Also auch hier kein Grund abgeschreckt zu sein.

Zum Buch selbst. Das Cover ist grün mit einem blauen, für mich nicht identifizierbaren Gebilde. Das einzige was ich erkennen kann ist das goldene Auge. Auf was das ganze allerdings hindeuten soll erschliest sich mir daraus nicht wirklich. Aber trotzdem finde ich es schön ^^
Im Buch selbst gibt es zwei Karten, die dem Leser das Verständnis für die gesamte Welt näher bringen. Man kann dadurch sehr genau verfolgen, wo sich die Gefährten zu welcher Zeit aufhalten.
Außerdem werden die Schriften der Völker teilweise im Text mit dargestellt und natürlich dann auch eine Übersetzung dafür geliefert.
Und im ganzen Buch findet man Gedichte, die zum einen Lieder darstellen sollen, zum anderen Legenden oder einfach nur gewisse Begebenheiten.







Ich kann also voller Überzeugung sagen, dass es sich lohnt, dieses Buch zu lesen. Man sollte sich definitiv von dieser imposanten Welt gefangen nehmen lassen und mit Frodo durch Mittelerde wandern. Es lohnt sich!





Autorenporträt:

John Ronald Reuel Tolkien wurde am 3.1.1892 in Bloemfontein (Südafrika) geboren.
Die Kindheit Tolkiens war geprägt durch den frühen Tod der Eltern; sein Vater Arthur Reuel starb 1896 in Südafrika, seine Mutter Mabel 1904 in Birmingham. Noch vor dem Tod Arthurs war Mabel mit ihren beiden Söhnen aus gesundheitlichen Gründen nach Birmingham gezogen, wo sie diese zunächst selber unterrichtete, bis sie eine grammar school besuchen konnten. Nach der Konversion der Mutter zum Katholizismus 1900 wurden die beiden Söhne katholisch erzogen, nach ihrem Tod wurde Father Francis Morgan, ein katholischer Priester aus dem von John Henry Newman gegründeten Oratorium in Birmingham, deren Vormund.
Zeit seines Lebens war Tolkien praktizierender Katholik mit ausgeprägter Spiritualität und Frömmigkeit. Schon während seiner Kindheit und Schulzeit zeigt sich seine Begeisterung für Sprachen, so erfand er schon sehr früh eine eigene Sprache, und seine literarische Begabung, die sich in mehreren Gedichten niederschlug. Nach der Schulzeit studierte Tolkien zunächst Klassische Philologie, später englische Philologie in Oxford. Während des Ersten Weltkrieges legte er im Sommer 1915 die Abschlußprüfung in englischer Sprache und Literatur mit Auszeichnung ab, anschließend wurde er zu den Lancashire Fusiliers einberufen.
1914 verlobte er sich mit Edith Bratt; sie heirateten im März 1916.
Im Juni wurde er in Frankreich eingesetzt und nahm an der Schlacht an der Somme als Fernmeldeoffizier teil. Dabei erkrankte er an Grabenfieber und kehrte zur Genesung nach England zurück.Während eines Genesungsurlaubs in Great Haywood begann er neben Gedichten auch mythologische Geschichten zu schreiben, die “Books of Lost Tales”, die die Grundlage für seine spätere Mythologie (ein großer Teil der späteren Fassungen wurde von seinem Sohn Christopher in “The Silmarillion” veröffentlicht) bilden sollten. Die Arbeit an diesen und anderen Geschichten sollte einen Großteil seiner Arbeitszeit in Anspruch nehmen.
1917 wurde sein erster Sohn John geboren, der katholischer Priester wurde.
Nach dem Kriegsende kehrte er mit seiner Familie nach Oxford zurück und arbeitete am New Englisch Dictionary. 1920 wurde er Reader in English Language an der Universität in Leeds und sein zweiter Sohn Michael geboren. Die Universität Leeds richtete 1924 eigens für Tolkien eine Professur für englische Sprache ein, ein Jahr später wurde er zum Rawlinson- und Bosworth-Professor für Angelsächsisch in Oxford gewählt. Sein Sohn Christopher wurde 1924, seine Tochter Priscilla 1929 geboren. Während dieser Zeit arbeitete er immer wieder an den Geschichten des Silmarillion, gegen 1930 begann er auch “The Hobbit” zu schreiben.
In den dreißiger und vierziger Jahren war Tolkien wie C.S. Lewis und Charles Williams Mitglied der “Inklings”, eines Kreises christlicher Denker und Autoren. “The Hobbit” wurde 1936 fertiggestellt, vom Verlag Allen & Unwin zur Veröffentlichung angenommen und erschien 1937. Nach dessen Erfolg schrieb Tolkien an einer Fortsetzung, aus der “The Lord of the Rings” wurde. 1945 wurde er zum Merton-Professor für englische Sprache und Literatur in Oxford gewählt.
1949 war “The Lord of the Rings” abgeschlossen. Aufgrund längerer Verlagsverhandlungen erschienen die ersten beiden Bände erst 1954, der dritte 1955. Dieses Werk verkaufte sich sehr gut, zum Kultautor unter Studenten wurde T. in den 60er Jahren durch eine nicht autorisierte Taschenbuchausgabe in den USA. Nach öffentlichem Protest zog der Verlag diese Ausgabe zurück und beteiligte Tolkien am Gewinn.
Nach seiner Pensionierung 1959 arbeitete er weiter an seiner Mythologie, die er bis zu seinem Tod nicht abschließen sollte, und zog 1968 mit seiner Frau in die Nähe von Bournemouth, kehrte aber nach dem Tod Ediths 1971 nach Oxford zurück. Bei einem Besuch bei Freunden in Bournemouth starb Tolkien am 2. September 1973.
Tolkien erhielt verschiedene Ehrungen, so u.a. 1954 Ehrendoktorate der Universitäten Dublin und Lüttich, 1972 eines der Universität Oxford sowie im selben Jahr den C.B.E.

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