Sonntag, 11. März 2012

Maggie Stiefvater - Nach dem Sommer



Autor: Stiefvater, Maggie
Titel: Nach dem Sommer
Originaltitel: Shiver
Verlag: script5
Erschienen: 6. September 2010
ISBN-10: 3839001080
ISBN-13: 978-3839001080
Seiten: 423
Einband: Hardcover mit Schutzumschlag, Leseband und Spotlack
Serie: Wolves of Mercy Falls - Band 1 (Trilogie)


Klappentext:

Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe in die Wälder von Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf.

Ganz in der Nähe und doch unerreichbar für sie, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit. In den wenigen kostbaren Monaten als Mensch beobachtet er Grace von fern, ohne sie jemals anzusprechen – bevor die Kälte ihn wieder in seine andere Gestalt zwingt.

Doch in diesem Jahr ist alles anders: Sam weiß, dass es sein letzter Sommer als Mensch sein wird. Es ist September, als Grace den Jungen mit dem bernsteinfarbenen Blick erkennt und sich verliebt. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied.


Rezension:

Die letzten Tage des Herbstes stehen an und der Winter klopft bereits beharrlich an die Tür. Langsam aber sicher werden die Tage kälter und die Vorahnung von Schnee liegt in der Luft.
Und dies sind auch die Tage, die Grace Jahr für Jahr am meisten herbei sehnt. Denn dann ist wieder die Zeit gekommen, in der die Wölfe in den Wald von Mercy Falls zurückkehren.
Grace ist fasziniert von diesen Tieren und kann die Zeit immer nicht erwarten, in der sie wieder in ihrer Nähe sind. Eigentlich sollte sie Angst vor diesen Tieren verspüren, denn sie haben sie als junges Mädchen gezeichnet und fast getötet. Doch die Faszination bleibt ungebrochen. Vor allem ein Wolf hat es ihr angetan. „Ihr“ Wolf mit den goldenen Augen.
Sam arbeitet jeden Sommer in einer Bücherhandlung. Und jedes Mal, wenn er Grace sieht überkommt ihn eine tiefe Sehnsucht. Doch den Mut sie anzusprechen kann er nicht aufbringen. Und Grace bemerkt ihn nicht, denn dazu müsste sie in seine goldenen Augen sehen. Und Sam kann sie nicht einfach anspechen, denn er hat ein dunkles Geheimnis, das ihn jeden Winter in die Wälder treibt ...
In diesem Jahr jedoch wird alles anders, denn Sam begegnet Grace vor ihrem Haus und zum ersten Mal spürt auch Grace ihre Verbundenheit zu diesem Jungen, der ihr so bekannt vorkommt. Doch der Winter droht die zarte Liebe zu zerbrechen und die beiden für immer voneinander zu trennen.

Maggie Stiefvater hat mit diesem Auftakt zu ihrer Trilogie eine wundebar gefühlvolle und melancholische Liebesgeschichte begonnen. Die sensible Art, mit der sie die Geschichte voranbringt rückt die Gefühle der Figuren noch mehr in den Vordergrund. Langsam aber stetig verstrickt sie die Geschehnisse miteinander und lässt den Leser an deren Welt teilhaben.
Trotzdem das Buch zu Beginn keine großartigen Höhenpunkte aufweisen kann, lässt es einen doch nicht mehr los. Zartfühlend lässt Maggie Stiefvater uns in die Gefühle der Figuren eintauchen und baut Schritt für Schritt die Beziehung zwischen Sam und Grace aus. Besonder hervor sticht in diesem Zusammenhang, dass beide Protagonisten in der Ich-Form agieren. So hat der Leser einen viel besseren Einblick in das Gefühlsleben der beiden. Nur zu Beginn ist das alles etwas ungewohnt, aber desto mehr man in der Geschichte vorankommt, desto mehr lernt man diese Eigenart des Buches zu schätzen.
Und auch das Werwolf-Thema hat Maggie Stiefvater in einer sehr inovativen Form umgesetzt. Zwar bedient sie sich eines sehr bekannten Fabelwesens, doch lässt sie all die Klischees und Vorurteile eiskalt beiseite und verpasst ihren Wölfen ein neues Image. Wer also hier einen Werwolf-Roman der alten Schule erwartet, der wird stark enttäuscht werden. Für mich hat ihre Auslegung eines Werwolfes durchaus seinen Reiz und ermöglicht damit auch neue Wege.
Zum Schluss hin nehmen dann auch die Geschehnisse an Fahrt auf und es wird nochmal richtig spannend. Man fiebert richtig mit und es ist mir sogar passiert, dass ich ein paar Tränchen verdrücken musste. Nach der letzten Seite wünscht man sich, das man gleich mit dem nächsten Band weiter machen kann.
Zu erwähnen sei an dieser Stelle aber erst mal noch der Schreibstil von Maggie Stiefvater. Gut verständlich lenkt er nicht von den wichtigen Aspekten, von denen dieses Buch lebt, ab, sondern fesselt den Leser noch viel mehr in der Geschichte. Und auch die Übersetzer haben hier großartige Arbeit geleistet, denn die vielen sehr ausführlichen Beschreibungen sind wundervoll uns Deutsche übertragen worden, so dass man keine Probleme hat all die schönen Bilder vor sich zu sehen, die Maggie Stiefvater beschreibt.
Zum Cover kann man sagen, dass es ungewohnt schlicht daher kommt und trotzdem all das Wichtige des Buches wiederspiegelt. Vorherrschend sind sehr helle und freundliche Farben und gerade das lädt einen sehr zum lesen ein.

Ein wundervoller Auftakt zu einer sehr gefühlvollen Reihe um Sam und Grace, die das Tier in sich bekämpfen müssen, um als Menschen zusammen sein zu können.

Trilogie:
1. Shiver - Nach dem Sommer
2. Linger - Ruht das Licht
3. Forever - (In deinen Augen)







Autorenportrait:

Maggie Stiefvater, geboren im November 1981 in Virginia, verlebte eine nach eigenen Worten sehr chaotische aber sehr kreative und musisch geprägte Kindheit und Jugend. Nach dem College versuchte sie u.a. als Kellnerin und Zeichenlehrerin beruflich Fuß zu fassen. Doch sehr bald schon meldeten sich ihre kreativen Talente und verlangten, ausgelebt zu werden - zunächst als Musikerin und Songwriterin, dann zunehmend als bildende Künstlerin. Für ihre künstlerischen Arbeiten wurde sie inzwischen mit einigen wichtigen Preisen ausgezeichnet. Seit 2007 hat sich Stiefvater aufs Schreiben konzentriert und zählt inzwischen zu den erfolgreichsten Autorinnen der Romantasy.

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen